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	<description>Blog by Orsolya Lukács</description>
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		<title>Kunstverwirrten</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Oct 2009 21:44:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>artbookol</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Webseite der Veranstaltungsreihe beschreibt das Spaziergangs-Projekt zum Thema „Kunst im öffentlichen Raum“. Das weist auf zwei Probleme hin, die Fragen: Was Kunst ist, und die Beurteilung der Kunst im öffentlichen Raum. Öffentlicher Raum ergo viele-viele Meinungen. Sollen wir eine eigene bilden, die der anderen kennen lernen, diskutieren, etc.? Im Voraus habe ich einen kurzen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=needforart.wordpress.com&amp;blog=9572330&amp;post=47&amp;subd=needforart&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://kunstpassanten.ch/">Webseite</a> der Veranstaltungsreihe beschreibt das Spaziergangs-Projekt zum Thema „Kunst im öffentlichen Raum“. Das weist auf zwei Probleme hin, die Fragen: Was Kunst ist, und die Beurteilung der Kunst im öffentlichen Raum. Öffentlicher Raum ergo viele-viele Meinungen. Sollen wir eine eigene bilden, die der anderen kennen lernen, diskutieren, etc.?</p>
<p>Im Voraus habe ich einen kurzen Artikel in der Zeitung „News“ am 9.19.2009 gelesen, und bin mit hohen Erwartungen hingegangen.</p>
<p>Also Kunstpassanten. Meine Erwartungen (und ich vermute, die von San Keller selbst) hat ausschliesslich der erste Vortrag über das Max Bill Monument von Timo erfüllt. Er wirkte kompetent, hat die Entstehungsgeschichte und die wichtigsten Daten zusammengefasst. Leider hat er damit die Erwartungen für die nachfolgenden Vorträge zu hoch gesetzt.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-48" title="Spaziergang" src="http://needforart.files.wordpress.com/2009/10/spaziergang.jpg?w=300&#038;h=210" alt="Spaziergang" width="300" height="210" /></p>
<p>San Kellers Konzept, den Teilnehmern die Möglichkeit anzubieten, an der Veranstaltung einen persönlichen Beitrag zu leisten, fand ich sehr beeindruckend und offen. Ich hätte eher einen Künstler erwartet, der dem Klischee entsprechend mir Weisheit erteilt. Ganz demokratisch hat er mit den Teilnehmern den Rundgang bestimmt, und sein Honorar mit den Vortragenden geteilt. Dieses frische Verhalten, die betonte Gleichwertigkeit hat mich überrascht.</p>
<p>Ich habe die Veranstaltung Wort für Wort erlebt. Ehrlich gesagt, ich hatte schon bessere Erlebnisse, die mit Kunst zu tun hatten.</p>
<p>Das Konzept finde ich ganz spannend, die Leute erkennen zu lassen, dass sie in einer Stadt leben, die auch aus der Perspektive der Kunst betrachtet, erlebt, wahrgenommen werden kann. Vielleicht müsste man die Teilnehmerzahl kontrollieren. Natürlich messt man den Erfolg einer Veranstaltung auch anhand der Grösse der Gruppe, aber in diesem Fall war es eine Behinderung.</p>
<p>Bei der ersten Station des Spaziergangs hatte ich gemerkt, dass ich alte Batterien in der Kamera habe. Als eine Frau mich angesprochen hat, und ohne Einleitung über den Tod von Sophie Taeuber-Arp zu erzählen anfing, habe ich schon gedacht, dass ich hier auf mich aufpassen muss. Als sie nachher mitgeteilt hat, dass auch sie Kunst macht, war ich erstaunt, weil sie auf den zerschnittenen Veloschlauch um ihren Hals gezeigt hat. In diesem Moment suchte ich den Notausgang.</p>
<p>Da die Gruppe zu gross war, habe ich vom zweiten Vortrag leider nichts mitbekommen.</p>
<p>Die dritte Station an der Limmat war der geplante Ort für den Kran. Bei diesem persönlichen Beitrag habe ich echt bedauert, dass jeder etwas sagen darf. Bin wohl nicht zu demokratisch, aber etwas Ahnung von Kunst sollte die Person schon vorweisen, die das Wort zu sich nimmt. Einerseits hat er einen für mich glücklicherweise unverständlichen Dialekt gesprochen, andererseits konnte ich die SVP doch erkennen, und in diesem Moment interessierte es mich nicht mehr, worüber er sich da beschwert. Ich kann es nicht ausstehen, wenn Politik in die Kunst gemischt wird. Tja, ich bin eine unverbesserliche, hoffnungslose Idealistin. Ob etwas Kunst ist, oder nicht, wird sowieso nicht unsere schnell rekrutierte Gruppe aus Interessierten und Laien am Limmatufer entscheiden. Oder doch, und das ist eben das Ziel der Veranstaltung? Uns die Kunst zu entdecken?</p>
<p>Es hat einen zum Nachdenken gebracht, als der „Vortragende“ zum Thema „Kran“ so wütend die Frage gestellt hat, was Kunst sei. Seiner Meinung nach sei das Max Bill Monument Kunst, aber der geplante Kran im Niederdorf keinesfalls. Eine Frau dazu erzählt, dass  als Max Bill das Monument geplant hatte, hat die Öffentlichkeit ihn mit gerade dieser Begründung abgelehnt, es sei keine Kunst. Das Urteil der Öffentlichkeit verändert sich also innerhalb einigen Jahrzehnten. Passt jetzt das Monument?</p>
<p>Vielleicht war das die Meinung vieler zu den neuen Fenstern der Grossmünster: sie passen nicht. Die vierte Station unseres Spaziergangs war die Grossmünster. Die fand ich ganz interessant. Wie passen diese neuen modernen Fenster in den ca. tausend Jahre alten sakralen Bau? Falls sie potenzielle Mitglieder der protestantischen Kirche ansprechen, und Gegenwart und Zukunft vereinbaren wollen, ist das eine spannende Unternehmung.</p>
<p style="text-align:center;"><img class="aligncenter" title="Urs Rickenbach" src="http://www.forum-pfarrblatt.ch/archiv/2009/forum-nr-22-2009/forumpublicationarticle.2009-10-13.1229064306/image1" alt="" width="480" height="720" /></p>
<p style="text-align:center;">
<p>Die Geschichte der Fenster beginnt 2005 mit einem von der katholischen Kirchgemeinde ausgeschriebenen Wettbewerb, das der Deutsche Sigmar Polke gewinnt. Den Auftrag, Polkes anspruchsvolle künstlerische Entwürfe umzusetzen, hat die Zürcher Glasfirma Mäder AG erhalten. In einem Artikel setzt sich das Forum (15.10.09), das Pfarrblatt der katholischen Kirchgemeinde im Kanton Zürich mit den verschiedenen Phasen des dreijährigen Prozesses von Polkes Entwürfen über die vertieften Fachkenntnisse verlangende Arbeit der Glasatelier unter der Leitung von Urs Rickenbach bis zum Einweihungsgottesdienst am 18. Oktober 2009. Im Artikel erfahren wir interessante Fakten über die alten und modernen Arbeitstechniken oder über die thematischen Anordnung und theologischen Inhalt der Glasplatten bzw. Achatfenstern.  Die SonntagsZeitung vom 11. Oktober 2009 zählt Fenster der Grossmünster zur Kunstattraktionen Zürichs. Tatsächlich rauben die neuen Fenster einem den Atem. Hoffentlich haben die Gläubigen so viel Spass an ihnen, wie die Touristen.</p>
<p style="text-align:center;"><img class="aligncenter" title="Grossmünster" src="http://www.grossmuenster.ch/fileadmin/content/presse/sigmarpolke_kf_gm_05.jpg" alt="" width="549" height="345" /></p>
<p>Die fünfte Station des Spaziergangs hat mich überzeugt, ab jetzt ausschliesslich an von Fachpersonen organisierten Veranstaltungen teilzunehmen. Ein Mann hat uns zwei Innenhöfe im Niederdorf gezeigt, aber die Verbindung zwischen ihnen und dem Konzept ist für mich immer noch unklar. Daher, und um weitere mögliche Peinlichkeiten zu vermeiden, habe ich mich lautlos von der Gruppe verabschiedet. Ich hatte einfach Angst noch mehr sinnlose Äusserungen hören zu müssen, nahm also Kurs aufs Kunsthaus um unter vertrauten Meistern wieder Standpunkt zu finden.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/needforart.wordpress.com/47/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/needforart.wordpress.com/47/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/needforart.wordpress.com/47/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/needforart.wordpress.com/47/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/needforart.wordpress.com/47/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/needforart.wordpress.com/47/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/needforart.wordpress.com/47/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/needforart.wordpress.com/47/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/needforart.wordpress.com/47/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/needforart.wordpress.com/47/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/needforart.wordpress.com/47/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/needforart.wordpress.com/47/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/needforart.wordpress.com/47/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/needforart.wordpress.com/47/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=needforart.wordpress.com&amp;blog=9572330&amp;post=47&amp;subd=needforart&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Michel Comte &#8211; 30 Jahre Fotografie</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Oct 2009 20:10:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>artbookol</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie ich es erwähnt habe, Michel Comte und die Ausstellung im Museum für Gestaltung hatten mich sehr beeindruckt.  Ich empfehle Euch, die Ausstellung anzuschauen (bis 3.1.2010), mit oder auch ohne Führung. In diesem Fall ist eine Führung bzw. die Präsenz des Künstlers nicht notwendig, im Gegensatz zur Videoinstallation von eggerschlatter, da die Fotos nämlich auch [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=needforart.wordpress.com&amp;blog=9572330&amp;post=19&amp;subd=needforart&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-23" title="30 Jahre Fotografie" src="http://needforart.files.wordpress.com/2009/10/30-jahre-fotografie.jpg" alt="30 Jahre Fotografie" width="288" height="410" /></p>
<p>Wie ich es erwähnt habe, <strong>Michel Comte</strong> und die Ausstellung im Museum für Gestaltung hatten mich sehr beeindruckt.  Ich empfehle Euch, die Ausstellung anzuschauen (bis 3.1.2010), mit oder auch ohne Führung. In diesem Fall ist eine Führung bzw. die Präsenz des Künstlers nicht notwendig, im Gegensatz zur Videoinstallation von <strong>eggerschlatter</strong>, da die Fotos nämlich auch ohne Erklärung absolut geniessbar sind. Aus dem Pressetext:</p>
<p style="text-align:center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-39" title="Pressetext" src="http://needforart.files.wordpress.com/2009/10/pressetext1.jpg" alt="Pressetext" width="537" height="401" /></p>
<p style="text-align:center;">
<p>Ich habe diese Ausstellung am 16. September mit der kompetenten und umfassenden Führung des Kurators, Christian Brändle gesehen, und war auch bei seinem Gespräch mit Comte dabei. Brändle hat dem Publikum über den erfolgreichen Fashion-Fotograf erzählt, wie die Zusammenarbeit mit Michel Comte aussieht, warum er Sylvester Stallone mit Rosenblättern inszeniert hatte, oder wie das Foto von Uma Thurman für Lancôme mit Photoshop korrigiert werden musste, aber auch darüber, wie sich Comte für humanitären Projekte einsetzt, wo und welche Reportagen er für Terre des Hommes, für das Internationale Komitee des Roten Kreuzes gemacht hatte, oder was die „Michel Comte Water Foundation“ finanziert. Er ist ein Mensch, der am Dienstag Elend in Afghanistan oder Bosnien fotografiert und am Donnerstag die halbnackte Helena Christensen in L.A. Wie er in sich die beiden Endpunkte vereinbaren kann, ist und bleibt ein Rätsel für mich.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-27" title="Afghanistan, 1994" src="http://needforart.files.wordpress.com/2009/10/afghanistan-19942.jpg?w=259&#038;h=300" alt="Afghanistan, 1994" width="259" height="300" /></p>
<p>Beim Gespräch, das ca. eine Stunde dauerte, habe ich diesen Mensch, der heute einer der berühmtesten Fotografen ist, als bodenständig und zugängig empfunden und konnte mehr über seine Arbeit erfahren. Mal mit lauter Musik im Studio, mal ganz still, sodass man eine Nadel fallen hört. Die erste Kamera hat er von seinem Vater bekommen, und seitdem ist er leidenschaftlicher Knipser. Sein Motto: Immer den Knopf drücken. Drückst du ihn nicht, verpasst du den Moment. Denn im Zeitalter der Digitalfotografie kannst die misslungenen Bilder jeder Zeit auslöschen. Du musst aber das perfekte Bild in deiner Kamera haben.</p>
<p>Nach eigener Aussage hat er immer Glück gehabt, auch damals, als der Redakteur des Magazins annabelle gesagt hatte, er wäre untalentiert. Zwei Tage darauf fuhr er mit dem Nachtzug nach Paris, traf Karl Lagerfeld, und begann seine Karriere. Zuvor hatte er eine Ausbildung zum Restaurator in Zürich gemacht, hat aber bald alles über das Fotografieren als Autodidakt gelernt, und zum Glück habe er in seinem ganzen Leben immer tollen Assistenten gehabt, die alles wissen. Er arbeite seit mehr als 30 Jahren in der Fotografie, und lerne jeden Tag etwas Neues.</p>
<p>Ralph Goertz vom Institut für Kunstdokumentation und Szenografie in Düsseldorf, hat einen Film über/mit Comte gemacht, von dem sich ein Ausschnitt auf youtube.com befindet. In diesem Ausschnitt erfahren wir, wie er an einer Shooting arbeitet, welche Bilder er besonders gern hat, was ihn im Moment am meisten prägt (sie ist übrigens seine Frau und heisst Ayako).  Er erzählt Privatgeschichte über Stars wie Sophia Loren oder Gary Oldman und bringt sie uns damit näher.</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://needforart.wordpress.com/2009/10/17/michel-comte-30-jahre-fotografie/"><img src="http://img.youtube.com/vi/Oiqzh-aHN2Q/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>Auf der Homepage des <strong><a href="http://www.museum-gestaltung.ch/"><span style="text-decoration:underline;">Museums für<strong> </strong>Gestaltung</span></a></strong> findet Ihr noch weitere Videos. Im Ersten (Glanz &amp; Gloria 31.8.09) bekommt Ayakos selbst entworfenes Kleid leider etwas zu viel Aufmerksamkeit, dafür sind aber auch die stolzen Eltern des Künstlers zu hören.</p>
<p>Im Zweiten (SF 10 vor 10 28.8.09), ist -neben seinem umstrittensten Bild vom toten Baby- auch das berühmteste Werk Comtes zu sehen, das Foto von Carla Bruni. Dieses 1993 entstandene Foto wurde am 10. April 2008 bei Christie`s im Rockefeller Plaza in New York für den Rekordpreis von 91´000$ verkauft.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-42" title="Madame Le Président" src="http://needforart.files.wordpress.com/2009/10/madame-le-president.jpg?w=293&#038;h=300" alt="Madame Le Président" width="293" height="300" /></p>
<p>Im Dritten (Kulturplatz 26.8.09), das meiner Meinung nach die beste Zusammenfassung unter den Videos ist, bekommt man einen kurzen Einblick in die Organisation der Ausstellung.</p>
<p>Etwas gibt mir aber keine Ruhe, und damit bin ich nicht alleine: die Problematik der zwei thematischen Endpunkten in den Werken Comtes. Anlässlich der Ausstellung erschien von den Magazinen Bolero und SonntagsBlick ein gemeinsames Jubiläums-Portfolio mit dem Titel „Michel Comte 30 Jahre Photographie“. Es enthält teilweise interessante Artikel, Interviews und natürlich Fotos. Das „Portrait Michel Comte“ von Bruno Affentranger finde ich lesenswert.</p>
<p style="text-align:center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-36" title="Affentranger" src="http://needforart.files.wordpress.com/2009/10/affentranger1.jpg" alt="Affentranger" width="499" height="176" /></p>
<p style="text-align:center;">
<p>Auch im „züritipp“ (27. August – 02. September 2009,  N°35) erschien ein Artikel von Sascha Renner über die Ausstellung.</p>
<p style="text-align:center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-37" title="Renner" src="http://needforart.files.wordpress.com/2009/10/renner.jpg" alt="Renner" width="334" height="277" /></p>
<p style="text-align:center;">
<p>Beide Autoren setzen sich mit der Frage auseinander, wie ist es möglich, die Welt des Glamours und das tiefste Elend zu vereinbaren. Der Unterschied ist nur, dass Affentranger tatsächlich ein Portrait von Comte schaffen will, Renner hingegen mischt Moral, Ästhetik, und ähnlich gefährlichen Begriffe in seinen Text hinein, und hatte sich nicht informiert, bevor er den Artikel schrieb. Er behauptet, Comte habe das tote Baby „auf einem Tisch drapiert“.</p>
<p style="text-align:center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-22" title="Baby" src="http://needforart.files.wordpress.com/2009/10/baby.jpg" alt="Baby" width="541" height="373" />(Da ich dieses Bild im Internet leider nicht finden konnte, musste ich eine schwarz-weisse Kopie einscannen.)</p>
<p>Falls Renner sich einmal die Ausstellung mit Christian Brändles Führung anschaut, kann er sich von den Umständen des „Shootings“ überzeugen. Der Kurator erzählt nämlich, dass obwohl Comte im Vergleich zum grossen Dokumentarfotografen Robert Capa den Eingriff des Fotografen tatsächlich etwas liberaler handelt, lag das tote Baby (weil es kurz VOR und nicht NACH der Aufnahme verstarb) in diesem Fall auf dem Tisch im Krankenhaus. Comte hat den Vater gebeten, den Tisch aus der dunklen Ecke aufs Licht zu holen, damit er eine Aufnahme machen kann. Nachher wurde der Tisch mit der kleinen Leiche darauf wieder zurückgebracht. Er hat also bloss das Licht inszeniert. Übrigens im Vergleich zu Capa ist doch jeder Fotograf liberal, was die ewigen Sorge des Journalisten und Fotoreporter betrifft:  die Ereignisse zu zeigen, aber nicht daran teilzunehmen. Capa hat sowieso kein Glück mit seinem Spruch „Wenn deine Bilder nicht gut genug waren, dann warst du nicht nah genug dran.“ gehabt. Der Beweis ist sein tragischer Tod durch eine Tretmine, die ihn im Alter von 41 Jahren in Kambodscha aus dem Leben gerissen hat. Apropos, die Robert Capa Ausstellung (3. Juli-11. Oktober im Ludwig<strong> </strong>Múzeum – Museum of Contemporary Art) in Budapest war der Hammer!  Aber darüber ein anderes Mal…</p>
<p>And last but not least: natürlich findet Ihr viele Fotos von Michel Comte auf seiner eigenen <strong><a href="http://www.michelcomte.org/">Seite</a></strong>.</p>
<p>Ich hoffe, dass diejenigen, die es noch nicht getan haben, nun Lust haben diese Ausstellung anzuschauen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/needforart.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/needforart.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/needforart.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/needforart.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/needforart.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/needforart.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/needforart.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/needforart.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/needforart.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/needforart.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/needforart.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/needforart.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/needforart.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/needforart.wordpress.com/19/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=needforart.wordpress.com&amp;blog=9572330&amp;post=19&amp;subd=needforart&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Inmitten der Verlegung</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Oct 2009 16:10:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Was weiss jedes Kind über van Gogh? A &#8211; Er hat sich ein Ohr abgeschnitten. B – Er hat die Obstgärten, Ernte, Weinlese etc. als die Metapher des Lebens und Todes, wie ewige zyklische Ordnung dargestellt. Für den alltäglichen Museumbesucher ist auch die Person relevant, die das Produkt (das Kunstwerk) herstellt. Was mich auch sehr [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=needforart.wordpress.com&amp;blog=9572330&amp;post=10&amp;subd=needforart&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was weiss jedes Kind über van Gogh?<strong> </strong></p>
<p><strong>A</strong> &#8211; Er hat sich ein Ohr abgeschnitten.</p>
<p><strong>B</strong> – Er hat die Obstgärten, Ernte, Weinlese etc. als die Metapher des Lebens und Todes, wie ewige zyklische Ordnung dargestellt.</p>
<p>Für den alltäglichen Museumbesucher ist auch die Person relevant, die das Produkt (das Kunstwerk) herstellt. Was mich auch sehr interessiert, ist der/die KünstlerIn selbst. Besonders, wenn es sich um zeitgenössische Kunst handelt. Für mich sind sie einfach komische, unnahbare Lebewesen, die oft unverstanden, missverstanden oder gar unbemerkt unter uns herumspazieren. Ist ein Künstler erfolgreich? Umso komischer…</p>
<p>Mich interessiert also, unter welchen Umständen kann man heute Künstler sein. Die Physiognomie des Künstlers. Z.B. von dem, der gerade Ilya Prigogine liest, um einen neuen Standpunkt zu finden. Schon diesen Namen gehört?  (…hey, lüg mich nicht an.) Er war ein russisch-belgischer Physikochemiker, Philosoph und Nobelpreisträger.</p>
<p>Ich habe neulich die Michel Comte-Ausstellung im Museum für Gestaltung gesehen. Nach der Führung des Kurators hat ein Gespräch mit dem Künstler stattgefunden, und er hat sogar einige Fragen vom Publikum beantwortet. Dort konnte ich feststellen, wie faszinierend ist es, den Künstler persönlich zu treffen. Comte hat über seine Arbeitsmethode, seine Prinzipien (oder deren Mangel), seine Kamera, aber auch über sein Liebesleben oder Privatgeschichten mit Sophia Loren etc. erzählt. Seine eigenen Wörter und seine Anwesenheit haben mir sehr geholfen, die Werke zu verstehen. Ich habe das Künstlertreffen gern.</p>
<p>Da kann ich mich überzeugen, dass er auch bloss ein Mensch ist, der zufällig eine besondere Beziehung zu den Musen hat. Der Künstler als Mensch, als Teil des Ganzen. Der Künstler in der Gesellschaft als System, als Gewimmel von Teilen. Damit setzt sich das Kollektiv <a href="http://www.eggerschlatter.com"><strong>eggerschlater</strong></a> auseinander.</p>
<p>Da ihre Kunstwerke etwas kompliziert oder schwer anzunähern sind, finde ich es sehr praktisch, dass ich meine Fragen direkt dem Künstler stellen durfte. Ich habe nämlich eine Videoinstallation von <strong>eggerschlatter</strong> in Bern gesehen, und eine Hälfte des Künstler-Duos war präsent. Benjamin Egger und Sabine Schlatter arbeiten seit zwei Jahren als Kollektiv, leider war sie aber zu diesem Zeitpunkt nicht da. Zum Glück war Benjamin Egger bereit, die Fragen zur Installation mit Geduld zu beantworten.</p>
<p>Ich zitiere aus dem Pressetext, der auch auf der Webseite der <a href="http://www.stadtgalerie.ch/">Stadtgalerie Loge</a> zu lesen ist.</p>
<p>„Im Mittelpunkt der Videoarbeit, die <strong>eggerschlatter</strong> für die Ausstellung „Inmitten des Prinzips“ realisiert haben, liegt ein Feuerwerk, das in einem Gewächshaus gezündet wurde. Mischwesen und eine fabelhafte Schneeeule sind Akteure in einer Rahmengeschichte, die sich um das Entfachen dieses Feuerwerks dreht. Diese Situation wird zudem von einer Akkordeonspielerin und einem Sänger begleitet, die pausenlos spielen. Ein wiederkehrendes Element, ein Ritornell, spielt dabei eine wichtige Rolle. Wie Schlangenbeschwörer treten sie als Begleiter des Feuerwerks in Erscheinung. Die repetitive Art des Ritornells schafft so einen Raum, der dieses Ritual in einem geschlossenen, der Welt entrückten Rahmen zusammenhält. Unkontrolliert und willkürlich breitet sich das Feuerwerk aus nimmt den Raum in seinen Besitz und zerstört mit seiner gefährlichen Schönheit die räumliche Enge.</p>
<p style="text-align:center;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-12" title="Inmitten des Prinzips" src="http://needforart.files.wordpress.com/2009/10/bild-036.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Bild 036" width="300" height="225" /></p>
<p>Hinter dieser verzauberten Welt verbirgt sich aber eine dezidierte gesellschaftskritische Haltung: Die Bilderwelten stehen als Bedeutungsträger für die politischen und sozialen Diskrepanzen, die unsere Gesellschaft durchziehen. Die Künstler benutzen Elemente, die eine grosse gesellschaftliche Akzeptanz geniessen, wie das Feuerwerk, setzen es aber in ihrer Arbeit in neue Zusammenhänge und Kontexte. Die Dekonstruktion der kollektiven Wahrnehmungsebenen, die dabei entstehen, lässt ein Hinterfragen von gesellschaftlichen Normen zu. Der Gegensatz zwischen dieser entfremdeten Geschichte und der effektiven Gefährlichkeit der Aktion wird in der Loge ersichtlich, da die Reste des Gewächshauses als Teil der Ausstellung gezeigt werden. „</p>
<p>Ich habe oft Angst vor zeitgenössischer Kunst. „Ach, ich habe den roten Faden längst verloren, werde eh nichts verstehen…“ Ich musste aber feststellen, dass manchen Künstlern genau diese Angst im Nacken sitzt. „Werden sie mich verstehen?“  Es war sehr beeindruckend, wie auch Benjamin Egger seine Fragen an uns gestellt hatte.  „Ist es klar? Drückt das Ganze Gleichgewicht oder eher Ungleichgewicht aus?“</p>
<p style="text-align:center;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-11" title="Benjamin Egger" src="http://needforart.files.wordpress.com/2009/10/bild-egger.jpg?w=300&#038;h=269" alt="Benjamin Egger" width="300" height="269" /></p>
<p>Der Künstler will also verstanden werden. Er ist mit dem Ding ebenso unsicher, wie ich. Der Unterschied ist bloss: ich muss Winckelmann, Heidegger und Gadamer lesen, um zu versuchen, das Kunstwerk verstehen, und er muss Deleuze, Prigogin und Rebentisch lesen, um das Kunstwerk überhaupt zu erschaffen. Und am Ende stellen wir gegenseitig Fragen…</p>
<p>Diese Installation war aber besonders schwer ergreifbar. In diesem dunklen Raum, ausserhalb des Gebäudes der Galerie, spielt sich der Film immer wieder, mein Platz (die Perspektive des Betrachters) ist durch den Bank im Voraus bestimmt, und am Boden vor der Leinwand, auf die das Video projiziert wird, befinden sich Schleimpilze auf einem Spiegel.</p>
<p>Die vier Gestalten (Gorilla, Bär, Kuh, Hase) kehren immer wieder in den Kunstwerken von <strong>eggerschlatter</strong> zurück. Laut Egger drücken diese in Windel gewickelten Figuren die Ausgrenzung der Gesellschaft aus. Sie wollen nur das innere Baby ausleben, und dabei in Ruhe gelassen werden.  Dieser harmlose Infantilismus personifiziert sich z.B. in dem Gorilla, der ein Diadem trägt. Die vier Figuren vertreten  Menschen, die öffentlich nicht erscheinen dürfen, wie sie möchten, weil ihnen das die gesellschaftlichen Normen nicht ermöglichen. Die wichtigsten Begriffe seien hier Ausgrenzung, privater Raum, Geheimnis. Aber wenn er selber ein Schlüsselwort bestimmen müsste, wäre das „Ur“.</p>
<p>Das Problem ist nur, falls der Betrachter sich ganz andere Überlegungen macht, als der Künstler. Müssen sich die Meinungen treffen? Muss das Publikum über das Werk dasselbe denken? Soll man nach Bedeutung suchen, dem Künstler Fragen stellen, oder ist ausschliesslich die Wahrnehmung erwünscht? Soll man die Kunst psychologisieren?</p>
<p>Vielleicht nicht. Stellen wir uns die Frage: Gefällt es mir? Vielleicht ist es einfacher, Kunst zu betrachten, wie die meisten in der van Gogh-Ausstellung in Basel. (Mich amüsiert ab und zu kurz da zuzuhören,  was andere Besucher beschäftigt.) Unser alltäglicher Museumbesucher (falls es sich um eine besonders populäre Ausstellung handelt, die er sehen MUSS) kauft leider gerne Kühlschrankmagnete, Lavendelseife, sonnenblumenförmigen Kerzen etc., nachdem er sich die „ja-schön-gut-aber-ist-es-nicht-zu-warm-hier“-Ausstellung angeschaut hat. Tja, selber schuld, wenn jemand zuhört. Ich seufze, und am Abend wickle ich meine Sachen für den bevorstehenden Umzug ausschliesslich in die Seiten der Kulturrubrik einer renommierten Tageszeitung.</p>
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		<pubDate>Sun, 20 Sep 2009 18:16:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>artbookol</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Grüss Dich! Mein Name ist Orsi [Orshee], studiere Kunstgeschichte an der Uni Zürich. In meinem Blog werde ich Artikeln über Kunst veröffentlichen, und möchte allen die Gelegenheit anbieten, über Kunst zu diskutieren. Bis bald!<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=needforart.wordpress.com&amp;blog=9572330&amp;post=5&amp;subd=needforart&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:left;">Grüss Dich! Mein Name ist Orsi [Orshee], studiere Kunstgeschichte an der Uni Zürich. In meinem Blog werde ich Artikeln über Kunst veröffentlichen, und möchte allen die Gelegenheit anbieten, über Kunst zu diskutieren. Bis bald!<img class="size-thumbnail wp-image-4 alignleft" title="Orsi" src="http://needforart.files.wordpress.com/2009/09/orsi.jpg?w=150&#038;h=98" alt="Orsi" width="150" height="98" /></p>
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